Aufgaben

Der ÖbVI ist sowohl hoheitlich als auch privatrechtlich tätig. Auf Grund des Vermessungsgesetzes und der Berufsordnung des Bundeslandes, in dem er tätig ist, ist er befugt,

  • an Aufgaben der Landesvermessung mitzuwirken,
  • Katastervermessungen durchzuführen,
  • vermessungstechnische Tatbestände mit öffentlichem Glauben zu beurkunden.

Für alle diese Aufgaben fungiert der ÖbVI als Behörde. Weitere Aufgaben entstehen ihm im Bereich der technischen Vermessungen, der Ingenieurvermessung und der Beratung in Grundstücksangelegenheiten.

  

    

Leistungen

Hoheitliche Tätigkeiten:

  • Amtliche Lagepläne:  

Erstellung von amtlichen Lageplänen, die den Bauaufsichtsbehörden zur Erteilung einer Baugenehmigung vorgelegt werden.

  • Teilung:

Bildung neuer Grenzen, um Grundstücke aufzuteilen, um z.B. die Möglichkeit der Bebauung zu schaffen oder sie teilweise zu verkaufen (grundbuchrechtliche Abschreibung).

  • Gebäudeeinmessung:

In NRW sind Gebäude nach dem Vermessungs- und Katastergesetz (VermKatG NW)  einmessungspflichtig, wenn sie nach Juli 1972 errichtet wurden. Die amtlichen, katastertechnischen Einmessungen werden durch die Katasterämter und ÖbVI´s vorgenommen.

  • Grenzvermessungen:

Die Grenzvermessung ist ein weit gefaßter Begriff. Darunter fällt die:

    • Grenzherstellung mit Beseitigen von Abmarkungsmängeln (z.B. fehlende Grenzsteine erneuern)
    • amtliche Grenzanzeige als informativer Teil mit amtlicher Aussage über den Verlauf der Grenze, z.B. für den Bau von Zäunen, Mauern etc.
    • Grenzbescheinigung als amtliche Bestätigung für die Einhaltung der Grenzabstände
  • Umlegung:

Die Umlegung dient der Erzeugung von Bauland. Dabei werden in einem bestimmten Bereich die nicht bebaubaren Flurstücke verschiedener Eigentümer zusammengefaßt und in bebauungsfähige Grundstücke zerlegt und anteilsmäßig den Eigentümern zurückgegeben. Diese Arbeit kann auch privatrechtlich durchgeführt werden.

  • Grundstücksbewertung:

Die Grundstücksbewertung dient der Wertermittlung von Grundstücken und Gebäuden, z.B. bei Erbauseinandersetzungen oder dem Verkauf von Immobilien.

  • Straßenschlußvermessung:

Nach dem Straßenausbau findet die abschließende Vermessung zur Wiederherstellung der durch den Ausbau verloren gegangenen Grenzzeichen statt.

 

 

Privatrechtliche Tätigkeiten:

  • Absteckung

Die Absteckung unterteilt sich in Grob- und Feinabsteckung. Die Grobabsteckung dient zur Kennzeichnung des Gebäudes in der Örtlichkeit für den Aushub der Baugrube. Die Feinabsteckung ist die exakte Übertragung des geplanten Gebäudes in die Örtlichkeit mittels eines Schnurgerüstes.

  • Baustellenvermessung

Typisch für die Baustellenvermessung sind Achs- und Höhenangaben. Dies gilt für Gebäude genauso wie für den Kanalbau und den Straßenbau.

  • Zeichenarbeiten/Digitalisierung

Die Zeichenarbeiten werden heute in digitaler Form durchgeführt. Die Erfassung und Umwandlung  analoger Karten und Pläne in ein digitales Format dienen heute der Weiterverarbeitung oder der Sicherung von Daten. 

  • Erstellung von Plangrundlagen

Für Planung von Gebäuden, Straßen, Kanal u.a. werden als Plangrundlage Bestandspläne benötigt. Diese enthalten als Grundlage für die optimierte Planung die Topographie nach Lage und Höhe sowie andere wichtige Grundstücksdaten.

  • Ingenieurvermessung

Dieser recht allgemeine Begriff bezeichnet technische Vermessungen, teilweise mit höchsten Genauigkeitsanforderungen im Sub-Millimeterbereich, beispielsweise die Ausrichtung von Maschinen (Zeitungsdruckmaschinen, Fertigungsstraßen u.a.).

 

 

Kosten

Der ÖbVI unterliegt bei den hoheitlichen Tätigkeiten der Kostenordnung für öffentlich bestellte Vermessungsingenieure / Vermessungsingenieurinnen in Nordrhein-Westfalen (ÖbVermIngKO NW). Die Kontrolle der Einhaltung der Kostenordnung obliegt der Aufsichtsbehörde des ÖbVI, in Nordrhein-Westfalen sind dies die Bezirksregierungen.

Jede hoheitliche Tätigkeit muß nach der ÖbVermIngKO NW abgerechnet werden. Dazu benötigt man abhängig von der angefragten Leistung verschiedene Informationen, z.B. die Grenzlänge, die Anzahl der Trennstücke, den Bodenrichtwert u.a.. Mit den entsprechenden Daten ist es dann möglich, vorab eine Kostenschätzung durchzuführen. 

Die privatrechtlichen Tätigkeiten werden nach der Verordnung über die Honorare für Leistungen der Architekten und der Ingenieure (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, HOAI) abgerechnet. Für die Berechnung der Kosten werden die Herstellungskosten des Objektes benötigt.

Sollten Sie Fragen zur Vermessung haben, können Sie hier Kontakt aufnehmen. Für eine ausführliche Beratung zu den umfangreichen Gebieten des Vermessungswesen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.